Sonntag, 16. September 2018

Quantität ist auch eine Qualität.


Einerseits schafft die kapitalistische Productionsweise, die sich jetzt als eine Productionsweise sui generis gestaltet, eine veränderte Gestalt der materiellen Production. Andrerseits bildet diese Veränderung der materiellen Ge- stalt die Basis für die Entwicklung des Capitalverhältnisses, dessen adaequate Gestalt daher einem bestimmten Entwicklungsgrad der Productivkräfte der Arbeit entspricht. 

Man hat bereits gesehn, daß ein bestimmtes und stets wachsendes Minimum von Capital in der Hand des einzel- nen Capitalisten einerseits nothwendige Voraussetzung, andrerseits beständiges Resultat der spezifisch capita- listischen Productionsweise. Der Capitalist muß Eigenthümer oder Besitzer von Productionsmitteln auf einer gesellschaftlichen Stufenleiter sein, in einem Werthumfang, der alles Verhältniß zu der möglichen Production des Einzelnen oder seiner Familie verloren hat. Dieß Minimum des Capitals ist um so grösser in einem Geschäfts- zweig, je mehr er capitalistisch betrieben wird, je höher die gesellschaftliche Productivität der Arbeit in ihm entwickelt ist. In demselben Umfang muß das Capital an Werthgrösse zunehmen und gesellschaftliche Dimen- sionen annehmen, also allen individuellen Charakter abstreifen. 

Eben die Productivität der Arbeit, Masse der Production, Masse der Bevölkerung, Masse der Surplusbevölke- rung, die diese Productionsweise entwickelt, ruft mit frei gesetzten Capital und Arbeit beständig neue Geschäfts- zweige hervor, in denen das Capital wieder auf kleiner Stufenleiter arbeiten kann und wieder die ver-/schiednen Entwicklungen durchlaufen, bis auch diese neuen Geschäftszweige auf gesellschaftlicher Stufenleiter betrieben werden. Dieser Prozeß beständig. Gleichzeitig die capitalistische Production tendirend sich aller ihrer bisher noch nicht bemächtigten Industriezweige, wo nur noch formelle Subsumtion, zu erobern. 
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Ökonomisches Manuskript 1863-1865,
MEGA II/4.1, S. 105f.
  



Nota. - Wer sich mehr als nur anschauend mit bildender Kunst beschäftigt, wird eines Tages verblüfft bemer- ken, dass die absolute Größe eines Objekts selbst eine ästhetische Qualität an ihm ist. Ähnlich geht es ihm, wo erkennbar wird, dass das schiere Quantum des Werts keine relative Größe und keine formale Bestimmung ist, wie von dem eigenschaftslosen Wert in seiner Abstraktion zu erwarten wäre, sondern unter gegebenen Umstän- den eine qualitative Bestimmung: Groß genug (Relation), um als Kapital fungieren (Qualität) zu können. Das Geheim- nis: Ob die Wertmenge groß genug ist, entscheidet über ihren Gebrauchswert, ohne den sie nichts wert wäre. (Hier schlägt nicht 'Quantität in Qualität um'; sondern Tauschwert ist nur an einem Gebrauchswert; mal kommt es auf diesen, mal auf jenen an.)
JE




Nota - Das obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE

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