
Das Produkt der geistigen
Arbeit – die Wissenschaft – steht immer tief
unter ihrem Wert. Weil die Arbeitszeit,
die nötig ist, um sie zu reproduzieren, in
gar keinem Verhältnis steht zu der Arbeitszeit, die zu ihrer Original-produktion erforderlich ist. Z.B. den binomischen Lehrsatz kann ein Schuljunge in
einer Stunde lernen.
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Theorien über den Mehrwert, MEW Bd. 26.1,
S. 329
Einmal entdeckt, kostet das
Gesetz über die Abweichung der Magnetnadel im Wirkungskreise eines
elektri-schen Strom kreist, keinen Deut. Die Wissenschaft kostet dem Kapitalisten
überhaupt "nichts", was ihn durch-aus nicht hindert, sie zu exploitieren.
Die "fremde" Wissenschaft wird dem Kapital einverleibt
wie fremde Ar-beit.
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Das Kapital I, MEW Bd. 23, S. 407f.
..ist zu unterscheiden zwischen allgemeiner Arbeit und gemeinschaftlicher Arbeit.
Beide spielen im Produkti-onsprozeß ihre Rolle, beide gehen ineinander über,
aber beide unterscheiden sich auch. Allgemeine
Arbeit ist alle wissenschaftliche Arbeit, alle Entdeckung, alle Erfindung. Sie
ist bedingt teils durch Kooperation mit den Lebenden, teils durch Benutzung der
Arbeiten Früherer. Gemeinschaftliche Arbeit unterstellt die unmittelbare
Kooperation der Individuen.
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Kapital III, MEW 25, S. 113f.
Nota. – Der Wert wird nicht bestimmt durch das, was gestern war, sondern durch das, was heute gilt.
JE
Im ersten Buch wurden die Erscheinungen untersucht, die der kapitalistische Produktionsproceß, für sich ge-nommen, darbietet, als unmittelbarer Produktionsproceß, bei dem noch von allen sekundären Einwirkungen ihm fremder Umstände abgesehn wurde.
Aber dieser unmittelbare Produktionsproceß erschöpft nicht den Lebenslauf des Kapitals. Er
wird in der wirk-lichen Welt ergänzt durch den Cirkulationsproceß, und
dieser bildete den Gegenstand der Untersuchungen des zweiten Buchs.
Hier zeigte sich, namentlich im dritten Abschnitt, bei Betrachtung des
Cirkulationsprocesses als der Vermittlung des gesellschaftlichen Reproduktionsprocesses, daß der kapitalistische Produktionsproceß, im Ganzen betrachtet, Einheit von Produktions- und Cirkulationsproceß ist.
Worum es sich in diesem dritten Buch handelt, kann nicht sein, allge-/meine Reflexionen über diese Einheit anzustellen. Es gilt vielmehr, die
konkreten Formen aufzufinden und darzustellen, welche aus dem Bewegungs-proceß des Kapitals, als Ganzes betrachtet, hervorwachsen. In ihrer
wirklichen Bewegung treten sich die Kapi-tale in solchen konkreten Formen gegenüber, für die die Gestalt des Kapitals im unmittelbaren Productions-proceß, wie seine Gestalt im Cirkulationsproceß, nur als besondere Momente erscheinen.
Die Gestaltungen des Kapitals, wie wir sie in
diesem Buch entwickeln, nähern sich also schrittweis der Form, worin
sie auf der Oberfläche der Gesellschaft, in der Aktion der verschiedenen
Kapitale auf einander, der Kon-kurrenz, und im gewöhnlichen Bewußtsein der Produktionsagenten selbst auftreten.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 29f. [MEW 25, S. 33]
grabbeau
Es wird nicht zu viel Reichthum producirt. Aber es wird periodisch zu
viel Reichtum in seinen kapitalistischen, gegensätzlichen Formen producirt. /
Die Schranke der kapitalistischen Produktionsweise tritt hervor:
1) Darin, daß die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit im
Fall der Profitrate ein Gesetz erzeugt, das ihrer eignen Entwicklung auf
einen gewissen Punkt feindlichst gegenübertritt, und daher beständig
durch Krisen überwunden werden muß.
2) Darin, daß die Aneignung unbezahlter Arbeit, und das Verhältniß
dieser unbezahlten Arbeit zur vergegen-ständlichten Arbeit überhaupt,
oder, kapitalistisch ausgedrückt, daß der Profit, und das Verhältniß dieses Pro-fits zum angewandten Kapital, also eine gewisse Höhe der Profitrate über Ausdehnung oder Beschränkung der Produktion entscheidet,
statt des Verhältnisses der Produktion zu den gesellschaftlichen Bedürfnissen, zu den Bedürfnissen gesellschaftlich entwickelter Menschen. Es
treten daher Schranken für sie ein schon auf einem Ausdehnungsgrad der
Produktion, der umgekehrt unter der andren Voraussetzung weitaus ungenügend er-schiene. Sie kommt zum Stillstand, nicht wo die Befriedigung
der Bedürfnisse, sondern wo die Produktion und Realisirung von Profit
diesen Stillstand gebietet. ...
Die Profitrate, d. h. der verhältnißmäßige Kapitalzuwachs ist vor allem
wichtig für alle neuen, sich selbständig gruppirenden Kapitalableger.
Und sobald die Kapitalbildung ausschließlich in die Hände einiger wenigen, fer-tigen Großkapitale fiele, für die die Masse des Profits die Rate
aufwiegt, wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen.
Sie würde einschlummern. Die Profitrate ist die treibende Macht in der
kapitalisti-schen Produktion, und es wird nur producirt, was und soweit
es mit Profit producirt werden kann. ...
Die Ent-wicklung der Produk-/tivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit ist die historische Aufgabe und
Berechtigung des Kapitals. Eben damit schafft es unbewußt die materiellen Bedingungen einer höhern Produktionsform.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 254ff. [MEW 25, S. 268f.]
Nota. - Wenn überhaupt mit irgendeinem Recht gesagt werden kann, dass Marx in der Geschichte ein "Gesetz" entdeckt habe, so wäre es dieses: 'Man kann' die Geschichte so auffassen, als ob sie eine Gesellschaftsform bezweckt hätte, in der der Reichtum ohne Schranken wachsen kann, weil sich die Bedürfnisse ohne Schranke fortentwickeln; und als ob sie – was das Dialektische daran wäre – zu diesem Behuf zuerst eine Produktionsweise finden musste, deren Wachstumsdynamik den Rahmen der Klassengesellschaft sprengt. Zu diesem Zweck wiederum sei die Klassenspaltung der Gesellschaft zuvor überhaupt erst notwendig gewesen, weil anders das Akkumulieren nie begonnen und die Bedürfnisse stagniert hätten. So könnte man die Geschichte auffassen. Dazu müsste man sie aber zuvor als ein mit eigenem Willen begabtes und zur Planung befähigtes Subjekt auffassen. Nur gibt es keinen vernünftig vertretbaren Grund dafür. Die Geschichte selber ist bête comme un fait, blöde wie eine Tatsache.
JE
Es sei hier ganz im Vorbeigehn bemerkt, daß das "gesellschaftliche
Bedürfniß", d. h. das was das Princip der Nachfrage regelt, wesentlich
bedingt ist durch das Verhältniß der verschiednen Klassen zu einander
und durch ihre respektive ökonomische Position, namentlich also erstens
durch das Verhältniß des Gesammtmehrwerths zum Arbeitslohn und
zweitens durch das Verhältniß der verschiednen Theile, worin sich der
Mehrwerth spaltet (Profit, Zins, Grundrente, Steuern u. s. w.); und so
zeigt sich auch hier wieder, wie absolut nichts aus dem Ver-hältniß von
Nachfrage und Zufuhr erklärt werden kann, bevor die Basis entwickelt
ist, worauf dies Verhältniß spielt. [181/191]
Daß die Waare Gebrauchswerth hat, heißt nur, daß sie irgend ein gesellschaftliches Bedürfniß befriedigt. So-lange wir nur von den
einzelnen Waaren handelten, konnten wir unterstellen, daß das Bedürfniß
für diese be-stimmte Waare – in den Preis schon ihr Quantum eingeschlossen – vorhanden sei, ohne uns auf das Quantum des zu befriedigenden Bedürfnisses weiter einzulassen. Dies Quantum wird aber ein we-/
sentliches Moment, sobald das Produkt eines ganzen Produktionszweigs
auf der einen Seite, und das gesellschaftliche Bedürfniß auf der andern
Seite steht. Es wird jetzt nothwendig, das Maß, d. h. das Quantum dieses
gesellschaftlichen Bedürf-nisses zu betrachten. [184f./194]
Bleibt nun die
Nachfrage für diese Masse auch die gewöhnliche, so wird die Waare zu
ihrem Marktwerth ver-kauft, welcher der drei vorhin untersuchten Fälle
auch diesen Marktwerth reguliren möge. Die Waarenmasse befriedigt
nicht nur ein Bedürfniß, sondern sie befriedigt es in seinem gesellschaftlichen Umfang. Ist dagegen das Quantum kleiner oder größer als die
Nachfrage dafür, so finden Abweichungen des Marktpreises vom Marktwerth statt. Und die erste Abweichung ist, daß wenn das Quantum zu
klein, stets die unter den schlech-testen Bedingungen producirte Waare
den Marktwerth regulirt, und wenn zu groß, stets die unter den besten
Bedingungen producirte; daß also eins der Extreme den Marktwerth bestimmt, trotzdem, daß nach dem bloßen Verhältniß der Massen, die unter
den verschiednen Bedingungen producirt sind, ein andres Resultat stattfinden müßte. [185/195]
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 181, 184f., 194 [MEW 25, S. 191, 194, 195]
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Damit eine Waare zu ihrem Marktwerth verkauft wird, d. h. im Verhältniß zu der in ihr enthaltnen gesellschaft-lich nothwendigen Arbeit,
muß das Gesammtquantum gesellschaftlicher Arbeit, welches auf die
Gesammtmas-se dieser Waarenart verwandt wird, dem Quantum des gesellschaftlichen Bedürfnisses für sie entsprechen, d. h. des zahlungsfähigen gesellschaftlichen Bedürfnisses. Die Konkurrenz, die Schwankungen
der Marktpreise, die den Schwankungen des Verhältnisses von Nachfrage
und Zufuhr entsprechen, suchen beständig das Gesammt-quantum der
auf jede Waarenart verwandten Arbeit auf dieses Maß zu reduciren.
...
Producirt ferner einer wohlfeiler und
kann er mehr losschlagen, sich größren Raums vom Markt bemächtigen,
indem er unter dem laufenden Marktpreis oder Marktwerth verkauft, so
thut er es, und so beginnt die Aktion, die nach und nach die andren
zwingt, die wohlfeilere Produktionsart einzuführen, und die die gesellschaftlich nothwendige Arbeit auf ein neues geringres Maß reducirt. Hat
eine Seite die Oberhand, so gewinnt jeder, der ihr angehört; es ist als
hätten sie ein gemeinschaftliches Monopol geltend zu machen.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 192, 194 [MEW 25, S. 202, 204]
In dem zinstragenden Kapital ist aber die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem aufgehäuften Arbeitsprodukt,
und noch dazu fixirt als Geld, die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborne ge-heime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression
Mehrwerth zu erzeugen, sodaß dies aufge-häufte Arbeitsprodukt, wie der
Economist meint, allen Reichthum der Welt für alle Zeiten als ihm von
rechtswe-gen gehörig und zufallend schon längst diskontirt hat. Das Produkt vergangner Arbeit, die vergangne Arbeit selbst, ist hier an und für
sich geschwängert mit einem Stück gegenwärtiger oder zukünftiger lebendiger Mehr-arbeit.
Man weiß dagegen, daß in der That die Erhaltung,
und insoweit auch die Reproduktion des Werths der Pro-dukte vergangner Arbeit nur das Resultat ihres Kontakts mit der lebendigen Arbeit ist;
und zweitens: daß das Kommando der Produkte vergangner Arbeit über
lebendige Mehrarbeit grade nur solange dauert, wie das Kapitalverhältniß dauert; das bestimmte sociale Verhältniß, worin die vergangne Arbeit selbständig und übermächtig der lebendigen gegenübertritt.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 388 [MEW 25, S. 412]
Soweit wir die eigenthümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie
sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigenthums auf die
Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich
gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen be-rechtigt sind. In diesen Thatsachen, daß sogar eine
Akkumulation von Schulden als Akkumulation von Kapital erscheinen
kann, zeigt sich die Vollendung der Verdrehung, die im Kreditsystem
stattfindet. Diese Schuldschei-ne, die für das ursprünglich geliehene und /
längst verausgabte Kapital ausgestellt sind, diese papiernen Dupli-kate
von vernichtetem Kapital, fungiren für ihre Besitzer soweit als Kapital,
als sie verkaufbare Waaren sind, und daher in Kapital rückverwandelt
werden können.
Die Eigenthumstitel auf Gesellschaftsgeschäfte, Eisenbahnen, Bergwerke etc. sind, wie wir ebenfalls gesehn haben, zwar in der That Titel
auf wirkliches Kapital. Indeß geben sie keine Verfügung über dies Kapital. Es kann nicht entzogen werden. Sie geben nur Rechtsansprüche auf
einen Theil des von demselben zu erwerben-den Mehrwerths. Aber diese
Titel werden ebenfalls papierne Duplikate des wirklichen Kapitals, wie
wenn der Ladungsschein einen Werth erhielte neben der Ladung und
gleichzeitig mit ihr. Sie werden zu nominellen Re-präsentanten nicht existirender Kapitale. Denn das wirkliche Kapital existirt daneben und ändert durchaus nicht die Hand dadurch, daß diese Duplikate die Hände
wechseln.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 473f. [MEW 25, S. 493f.]