Sonntag, 18. März 2018

Was begrifflich vorhergeht, kommt historisch danach.


Wenn in der Theorie der Begriff des Werths dem des Capitals vorhergeht, andrerseits aber zu seiner reinen Entwicklung wieder eine auf das Capital gegründete Productionsweise unterstellt, so findet dasselbe in der Praxis statt. Die Oekonomen betrachten daher das Kapital auch nothwendig bald als Schöpfer der Werthe, Quelle derselben, wie andrerseits sie Werthe für die Bildung des Capitals voraussetzen und es selbst nur als eine Summe von Werthen in einer bestimmten Function darstellen. 

Die Existenz des Werths in seiner Reinheit und Allgemeinheit sezt eine Productionsweise voraus, worin das einzelne Product aufgehört hat, ein solches für den Producenten überhaupt und noch mehr für den einzelnen Arbeiter zu sein und ohne die Realisirung durch die Circulation nichts ist. Es ist keine formelle Bestimmung für den, der einen Infinitesimaltheil einer Elle Cattun schafft, daß sie Werth ist, Tauschwerth. Wenn er nicht einen Tauschwerth, Geld geschaffen, hätte er überhaupt nichts geschaffen. Diese Werthbestimmung selbst hat also zu ihrer Voraussetzung eine gegebne historische Stufe der gesellschaftlichen Productionsweise und ist selbst ein mit derselben gegebnes, also historisches Verhältnis. 
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Grundrisse, MEGA II/1.1  S. 174 [MEW 42, S. 177]


Nota. – Erinnert sich noch einer? Bis 1990 gab es auf Erden ein kollektivistisches, "sozialistisches" Gesell-schaftssystem mit (mehr oder weniger) zentral gelenkter Staatswirtschaft, das sich mühte, den 'Wert' der Pro-duktion zu ermitteln, ohne zu bemerken, dass das Problem dabei kein technisches – das Ermitteln – war, son-dern dass ihre Produkte schlicht und einfach einen 'Wert' nicht hatten. Sie hatten Gebrauchswert, meist einen ge-ringen, aber Tauschwert hatten sie gar nicht. In Millionenauflage erschienen Lehrbücher der Politischen Ökono-mie des Sozialismus, in denen allen Ernstes von 'sozialistischer Marktwirtschaft' die Rede war - Markt ohne Kapi-talverhältnis! Markt ohne Konkurrenz! Wert ohne... Austausch von Arbeit und Kapital. 

Im selben Staatsverlag erschienen in der Regel die Werke von Marx zur Kritik der Politischen Ökonomie. Wie war solcher Schwachsinn möglich? Ganz einfach: Es gab keine öffentliche Kritik. Was immer der Staatsverlag druckte, war das jeweils letzte Wort. Dass dieses Gesellschaftssystem untergegangen ist, ist sachlich nicht scha-de. Gedanklich hat es den Verdienst, dass jene Verheerung des Geistes zu einem Ende gekommen ist.
JE, 18. 11. 15

Montag, 12. März 2018

Der Begriff und die politische Ökonomie.

 
Der Weg eines Wissensfachs von der Aporetik, die zwanglos von einem Problem zum andern fortgeht, so wie sie es sich (praktisch) stellen, zur Wissenschaft ist in den idiographischen Disziplinen nichts anderes als die Aus- arbeitung des theoretischen Modells, in dem das Idion logisch schematisiert ist. Es ist die Bestimmung eines Be- griffs – seinem Umfang (extensio) und seinem Inhalt (intensio) nach.

Die Politische Ökonomie ist keine 'nomothetische' Gesetzeswissenschaft, sondern eine historische und idiogra- phische Disziplin. Der Begriff, den sie sucht, um ein Modell zu entwerfen, in das sie die idia, mit denen sie zu tun bekommt, einsetzen kann, ist der Wert. Es ist der Wert der Arbeit, wie Adam Smith herausgefunden (aber nicht konsequent durchgeführt) hat.

Das Modell hat einen kardinalen Fehler: Es kann nicht begreiflich machen, wie im Verlauf des Wirtschaftens immer mehr Wert entsteht. Wenn alle Güter gegen ihr Äquivalent ausgetauscht werden, kommt an keiner Stelle etwas hinzu; eine Akkumulation käme nicht zustande; das Kapital wäre nicht erklärt. Das ist die wissensprag- matische Seite der Kritik der Politischen Ökonomie.

Ihre logisch-theoretische Seite ist dagegen die Kritik am Begriff: Denn die Arbeit schafft Wert, aber sie hat kei- nen. Was Wert hat, ist lediglich die Arbeitskraft. Der Unternehmer mietet die Arbeitskraft zu ihrem Wert, um sie zeitweise aufzubrauchen, und bezahlt, was es kostet, sie wieder herzustellen. Aber ihm gehört nun die Arbeit, die neuen Wert schafft; und der ist darum seiner.

Das Mysterium ist, dass die Arbeitskraft regelmäßig nicht über die Mittel verfügt, um sich selber als wirkliche Arbeit zu realisieren, und sich selbst veräußern muss, um sich nur selber reproduzieren zu können. Wie Friedrich Engels schon in seinen Umrissen zu einer Kritik der Nationalökonomie geahnt hatte, beruht die Geltung des Wertge- setzes darauf, dass es in seinem Grunde nicht gilt.



Freitag, 2. März 2018

Ökonomische Gesetze?



Die Bedingungen der unmittelbaren Exploitation und die ihrer Realisation sind nicht identisch. Sie fallen nicht nur nach Zeit und Ort, sondern auch begrifflich auseinander. Die einen sind nur beschränkt durch die Produk-tivkraft der Gesellschaft, die andren durch die Proportionalität der verschiednen Produktionszweige und durch die Konsumtionskraft der Gesellschaft. Diese letztre ist aber bestimmt weder durch die absolute Produktions-kraft noch durch die absolute Konsumtionskraft; sondern durch die Konsumtionskraft auf Basis antagonisti-scher Distributionsverhältnisse, welche die Konsumtion der großen Masse der Gesellschaft auf ein, nur inner-halb mehr oder minder enger Grenzen veränderliches Minimum reducirt. 

Sie ist ferner beschränkt durch den Akkumulationstrieb, den Trieb nach Vergrößerung des Kapitals und nach Produktion von Mehrwerth auf erweiterter Stufenleiter. Dies ist Gesetz für die kapitalistische Produktion, ge-geben durch die beständigen Revolutionen in den Produktionsmethoden selbst, die damit beständig verknüpfte Entwerthung von vorhandnem Kapital, den allgemeinen Konkurrenzkampf und die Nothwendigkeit, die Pro-duktion zu verbessern und ihre Stufenleiter auszudehnen, bloß als Erhaltungsmittel und bei Strafe des Unter-gangs. 

Der Markt muß daher beständig ausgedehnt werden, sodaß seine Zusammenhänge und die sie regelnden Be-dingungen immer mehr die Gestalt eines von den Producenten unabhängigen Naturgesetzes annehmen, immer unkontrollirbarer werden. Der innere Widerspruch sucht sich auszugleichen durch Ausdehnung des äußern Feldes der Produktion. Je mehr sich aber die Produktivkraft entwickelt, um so mehr geräth sie in Widerstreit mit der engen Basis, worauf die Konsumtionsverhältnisse beruhen. 

Es ist auf dieser widerspruchsvollen Basis durchaus kein Widerspruch, daß Uebermaß von Kapital verbunden ist mit wachsendem Uebermaß von Bevölkerung; denn obgleich, beide zusammengebracht, die Masse des pro-ducirten Mehrwerths sich steigern würde, steigert sich eben damit der Widerspruch zwischen den Bedingungen, worin dieser Mehrwerth producirt, und den Bedingungen, worin er realisirt wird. 
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 241 [MEW 25, S. 254f.]


Nota. – Das mächtigste Mittel, mit dem der Stalinismus die Marx'schen Lehren um ihre revolutionäre Spreng-kraft gebracht hat, war ihre Umdeutung zu einer objektivistischen Gesetzessammlung. Wie die Natur im Großen und Ganzen, so wäre die Geschichte der Menschen im Besonderen, und wären ganz speziell die historisch auf einander folgenden Produktionsweisen von Gesetzen durchherrscht, von denen ganz im Dunkeln bleibt, wer sie erlassen haben könnte.

Gegen Proudhon und andere Reformer, die den Kapitalismus meinten durch Manipulationen in der Zirkula-tionssphäre, durch Ausschaltung des Zwischenhandels oder Abschaffung des Geldes überwinden zu können, hebt Marx immer wieder hervor, dass das Kapitalverhältnis in den Produktionsbedingungen begründet ist, und diese schaffen Zwangsläufigkeiten, die 'mit der Unerbittlichkeit von Naturgesetzen' wirken, ohne dass die Individuen sich ihnen durch freien Willen entziehen könnten und ohne selbst sich ihrer bewusst zu werden. Obiges ist eine von den 'Stellen', auf die die Rede von den ökonomischen 'Gesetzen' sich beruft – und an denen zugleich ihr rein gleichnishafter Gebrauch augenfällig wird. Es läuft immer wieder nur auf dies eine hinaus: Die Menschen machen ihre Geschichte nicht unter frei gewählten Bedingungen; aber sie machen sie selber.

Nota II. Ginge es um die 'absolute Konsumtionskraft', nämlich um die faktischen Bedürfnisse aller Gesell-schaftsmitglieder, so müsste es unter kapitalistischen Bedinungen keinerlei Verwertungsprobleme und Absatz-krisen geben. Es zählt aber nur die mit Geld bewehrte Konsumtionskraft, die "über fremde Arbeit verfügt". Es geht nicht um die Bedürfnisse selbst, sondern darum, wieviel sie unter den gegebenen Eigentumsverhältnissen gelten.
JE

Donnerstag, 1. März 2018

Realer Gegensatz und logischer Widerspruch.



Gleichzeitig mit dem Fall der Profitrate wächst die Masse des Kapitals und geht Hand in Hand mit ihr eine Entwertung des vorhandnen Kapitals, welche diesen Fall aufhält und der Akkumulation von Kapitalwert einen beschleunigenden Antrieb gibt.

Gleichzeitig mit der Entwicklung der Produktivkraft entwickelt sich die höhere Zusammensetzung des Kapi-tals, die relative Abnahme des variablen Teils gegen den konstanten.

Diese verschiednen Einflüsse machen sich bald nebeneinander im Raum, bald mehr nacheinander in der Zeit geltend; periodisch macht sich der Konflikt der widerstreitenden Agentien in Krisen Luft. Die Krisen sind immer nur gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.

Der Widerspruch, ganz allgemein ausgedrückt, besteht darin, dass die kapitalistische Produktionsweise die Tendenz einschließt nach absoluter Entwicklung der Produktivkräfte, abgesehn vom Wert und dem in ihm eingeschlossenen Mehrwert, auch abgesehn von den gesellschaftlichen Verhältnissen, innerhalb deren die kapitalistische Produktion stattfindet; während sie andererseits die Erhaltung des existierenden Kapitalwerts und sein Verwertung im höchsten Maß (d. h. beschleunigten Anwachs dieses Werts) zum Ziel hat. Ihr spezi-fischer Charakter ist auf den vorhandnen Kapitalwert als Mittel zur größtmöglichen Verwertung dieses Werts gerichtet. Die Methoden, wodurch sie dies erreicht, schließen ein: Abnahme der Profitrate, Entwertung des vorhandnen Kapitals und Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit auf Kosten der schon produzierte Pro-duktivkräfte.

Die periodische Entwertung des vorhandnen Kapitals, die ein der kapitalistischen Produktionsweise immanen-tes Mittel ist, den Fall der Profitrate / aufzuhalten und die Akkumulation von Kapitalwert durch Bildung von Neuwert zu beschleunigen, stört die gegebnen Verhältnisse, worin sich der Zirkulationsprozess des Kapitals vollzieht, und ist daher begleitet von plötzlichen Stockungen und Krisen des Produktionsprozesses.
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Das Kapital III, MEW 25, S. 259f. [ MEGA II.15, S. 245f.]


Nota. – Die theoretische Bedeutung obiger Passage für die elementare Stellung des Falls der Profitrate in der Theorie des Kapitals ist offenkundig. – 

Aber sie hat eine meta-theoretische Seite: Der buchstäblich Grund-legende Denkfehler der rationalistischen metaphysischen Systeme war die Identifizierung von logischem Grund mit realer Ursache (von Sein und Gel-tung). Die Vermengung von (logischem) Widerspruch und (realem) Gegensatz ist nur ihre Umkehrung. Und in dieser Gestalt taucht sie unverhofft bei Marx wieder auf: Es ist ein Überrest seines 'Kokettierens mit der Hegel' schen Ausdrucksweise', in dem sich allerdings eine andauernde Unsicherheit über die sog. dialektischen Methode verbirgt, die Marx immer wieder dazu verleitet, die logische Darstellung mit der reellen Beschreibung zu ver-mengen. 

Dass der Produktionsprozess und der Zirkulationsprozess nicht in derselben Geschwindigkeit und auch nicht am selben 'Platz' geschehen und ihre Synchronisierung periodisch durch Selbstvernichtung eines Teils des Kapitals wiederhergestellt werden muss, ist ein Realvorgang. Dass das unbegrenzte Wachstum der Produktion und ihre gleichzeitige Begrenzung durch die Verwertungsmöglichkeit im Begriff des Kapitals beieinander liegen, ist dagegen ein logischer Widerspruch. Es ist aber nicht die Logik, die den Prozesse antreibt – sie beschreibt ihn lediglich. Und dass etwas im Begriff widersprüchlich ist, bedeutet noch nicht, dass es in der Realität auf seine Auflösung hindrängt. 

Das hat Marx auch nicht sagen wollen? Nein, sicher nicht. Aber er hat sich so ausgedrückt, dass epigonale Buchstabengelehrte es (in behördlichem Auftrag) so darstellen konnten.
JE


10. 12. 15

Dienstag, 30. Januar 2018

Ist die Kritik der Politischen Ökonomie selber eine Theorie?


Gerrit Dou

Die KpÖ ist keine positive Beschreibung der wirklichen ökonomischen Vorgänge. Sie ist ein logisches Modell. Das Wirtschaftsgeschehen ist aber keine logische Operation, sondern besteht aus wirklichen Alltagsereignissen. Wozu also das Modell?

Der Test auf die Theorie ist in der Wissenschaft, sagt Marx [irgendwo?], das Experiment. Anders als in den Naturwissenschaften könne man in den Gesellschaftswissenschaften keine Versuchsanordnungen arrangieren. Das Gedankenexperiment müsse das Labor ersetzen. Das logische Modell ist dazu da, Gedankenexperimente zu ermöglichen.

Auch die positive Volkswirtschaftslehre liebt Modelle: mathematische Modelle. Ihr Zweck ist es, den wirtschaftlichen Akteuren – bis hin zu den Wirtschaftspolitikern – Gedankenexperimente zu erlauben, die ihnen einen Anhaltspunkt für praktische Entscheidungen geben. Im reellen Wirtschaftsgeschehen sind Experimente übrigens durchaus möglich. Schon mancher Unternehmer hat sein Geschäft nach dem trial an error Prinzip betrieben. War er dann pleite, dann ist er um eine Erfahrung reicher, aber um sein Kapital ärmer. Beim nächsten Mal würde er es besser machen, aber leider gibt es kein nächstes Mal. Dem zockenden Wirtschaftspolitiker mag es ebenso ergehen. Mathematische Modelle sind praktisch-spezifisch. Der praktische Zweck ist a priori gegeben: der größtmöglich Nutzen für den, der zu entscheiden hat. Das Modell erlaubt zu errechnen, welcher kurzfristige Nutzen heute meinen langfristigen Nutzen morgen und übermorgen kompromittieren könnte; und rät gegebenenfalls an, auf das unmittelbar Naheliegende zu verzichten.

Das logische Modell der KPÖ hat nicht den Zweck, praktische Entscheidungen zu ermöglichen. Es dient dazu, durch experimentelle Versuche am Modell Fragen zu formulieren, die an das wirkliche Wirtschaftsgeschehen gestellt werden können, um das Funktionieren des Gesamtgeschehens zu verstehen. Es ist ein kritisches Werkzeug gegenüber dem ökonomischen Globalprozeß, und keine Untersuchung individueller Entscheidungsmöglichkeiten.

So wie im Übrigen die "Versuchanordnung" des Naturwissenschaftlers in seinem Labor ebenfalls nicht die wirkliche Natur ist, sondern eben ein Modell davon – genauer gesagt, das Modell eines vorab gedanklich isolierten Teils davon. Seine Ergebnisse bilden keineswegs die Vorgänge in der Wirklichkeit ab, sondern geben ein cue, ein kritisches Werkzeug für deren Beobachtung. Freilich stellt auch der ökonomische Globalprozeß, den das Modell der KPÖ 'repräsentiert', nicht das ganze gesellschaftliche Leben dar, sondern - wiederum - nur einen davon gedanklich vorab isolierten Teil…

[Fall der Profitrate]

Das Kapital interessiert sich nicht für die Rate, sondern für seinen Profit – im Verhältnis zu… Ja, im Verhältnis wozu?

Den Aktionär interessiert allerdings die Rate: Wie hoch ist seine Rendite, im Vergleich zur Rendite in andern Unternehmen (oder Geschäftszweigen)? Ist sie nämlich niedriger als dort, verschiebt er seine Anlage in den profitableren Sektor. Ist die Durchschnittsrendite 5%, dann wird er mit 4% nicht zufrieden sein. Liegt sie bei 3%, wird er sich mit 4% glücklich schätzen (und es bald mit dem konkurrierenden Kapital zu tun bekommen, das nun in seinen Sektor  strömt). Der Aktionär zieht seine Anlage erst dann aus dem Verkehr, wenn er gar nichts mehr bekommt – und legt einen Schatz an. [Die um sich greifenden Hedge Fonds…?]

Für das operierende Kapital ist der Bezugspunkt aber nicht der Durchschnitt, auch unmittelbar noch nicht die Gewinnspanne der Konkurrenten, sondern die absolute Größe, die ein Geldbetrag haben muß, um wieder als Kapital fungieren zu können. Wie groß die Summe seines Gewinns sein muß, um neu ins Geschäft einzutreten, oder eine bestehende Anlage so zu erweitern, daß sie zusätzlichen Profit erbringt. Das heißt, so lange die Akkumulation schneller voranschreitet, als die Profite sinken…

Das Modell der KPÖ hilft dem individuellen Kapital kein bisschen bei seinen Entscheidungen. Es erlaubt lediglich, das globale wirtschaftliche Geschehen danach zu befragen, welche krisenhaften Ereignisse als Ausdruck einer global fallenden Profitrate interpretiert werden können.

[Wert]

Der 'naturalistische Wertbegriff' (Preobraschenski gg. Bucharin) ist die Vorstellung, der Wert sei eine sachliche Eigenschaft der Waren als res extensae. Das gilt aber nicht einmal für den Gebrauchswert. Sicher, hätte das Getreidekorn keinen so hohen Anteil an Kohlehydraten, hätte es keinen Nährwert für die Menschen. Aber der Nährwert der Kohlehydrate liegt nicht in ihnen selbst begründet, sondern in der Organisation des menschlichen Stoffwechsels. Jene ist zu diesem hinzugetreten, nicht umgekehrt. [Na ja, Selektion und Anpassung…] Der Tauschwert entsteht (um im Bilde zu bleiben), weil der menschliche Stoffwechsel auch Fett, Proteine und Mineralien braucht, und sie sich nicht gegenseitig ersetzen können. Eine überschüssige Menge Kohlehydrate muß daher gegen eine fehlende Menge Fett oder Protein eingetauscht werden. So geschieht es, dass die drei im gegebenen Fall einander vergleichbar werden. Ihre Vergleichbarkeit liegt nicht in ihrer stofflichen Zusammensetzung – gerade an der nicht , sondern in der Natur des Bedürfnisses, auf das sie stoßen.

……

'Wert' ist eine rein logische Funktion, bloß fiktionale "Rechengröße" in einem Gedankenexperiment, der Nichts entspricht von Allem, das im reellen Wirtschaftsprozess tatsächlich vorkommt. 'Wert' ist ein Wert, der "vorkommen würde, wenn" in einem arbeitsteiligen Gemeinwesen, wo jeder nur für Andere produziert, vorab ein Plan aufgestellt würde von der verfügbaren Arbeitszeit (wobei die unterschiedlichen Arbeitsqualitäten auf "zusammengesetzte" Arbeit umgerechnet wären), und dann die Produkte der Einzelnen auf die – ebenfalls vorab quantitativ umgerechneten – Bedürfnisse verteilt würden. Siehe "Randglossen zum Gothaer Programm": 'Zunächst' würde jeder von den vorliegenden Produkten den Anteil erhalten, der seinem Anteil an der verausgabten Arbeit(szeit) entspricht. An der Lohnhöhe würde sich gegenüber der Markt-Wirtschaft also kaum was ändern (bloß die Privatrevenue der Bourgeois; verrechnet gegen das Gehalt der nun erforderlichen Planungsfachleuten); ein 'Mehrwert' würde immer noch zurückgehalten zwecks Instandhaltung und Akkumulation. Erst in einem "2. Stadium" wären nicht die 'Werte' der Produkte Maßstab der Verteilung, sondern die Gewichtung der Bedürfnisse. Dann wäre der 'Wert' = 'durchschnittliche Arbeitszeit' eine bloße Messeinheit; nicht mehr Maßstab!

(Fragt sich freilich, ob sich ohne Tauschwert, der dazwischenträte, die 'Zusammengesetztheit' der Arbeiten aus so und soviel 'Durchschnittsarbeiten' irgendwie ermitteln ließe! Man müsste es aus den 'Produktionskosten' einer jeden 'Arbeitskraft' errechnen – also was er wie lange gelernt hat; wobei kein Mittel wäre, zu erfahren, ob er das, was er gelernt hat, auch wirklich tut! Wo der Tauschwert herrscht, erfährt man's – hinterher: Wenn das Zeug nicht gegen die Konkurrenz bestehen kann. In der DDR gab's keine Konkurrenz, daher[usw.]! M. a. W., die 'gesellschaftlich notwendige' Durchschnittsarbeit ist ebenso eine fiktionale Größe zwecks Gedankenexperiment.)

Aber wenn sie nicht die Arbeit zum Maß nähmen; wenn sie jeden einzelnen Gegenstand dem je individuellen Bedürfnissen nach je besonderen Gesichtspunkten zumessen würden – dann wäre eben auch das deren jeweiligen 'Wert'. Nur dass es eben kein allgemeines Maß der Werte gäbe. So wird man sich die 'naturwüchsige' Verteilung in den ursprünglichen Gemeinschaften denken müssen. Daß dabei 'Alle gleich' gewesen wären, wird man kaum annehmen können.

"Innerhalb der genossenschaftlichen, auf Gemeingut an den Produktionsmitteln gegründeten Gesellschaft tauschen die Produzenten ihre Produkte nicht aus; ebensowenig erscheint hier die auf Produkte verwandte Arbeit [20] als Wert dieser Produkte, als ein von ihnen besessene sachliche Eigenschaft, da jetzt, im Gegensatz zur kapitalistischen Gesellschaft, die individuellen Arbeiten nicht mehr auf einem Umweg, sondern unmittelbar als Bestandteil der Gesamtarbeit existieren."
Marx, Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei, MEW 19, S. 19f.

Entwurf, 16. 5. 2015

* 

Hier bricht der Entwurf ab. Ob die Kritik der Politischen Ökonomie selber eine Theorie ist - ein Modell der bürgerlichen Gesellschaft -, blieb unbeantwortet. Was hat mich vom Weiterschreiben abgehalten? Wohl eine dringendere Arbeit, denn ein Geheimnis ist die Ausführung ja nicht:

Das theoretische Modell, von dem Marx ausgeht, ist das Klassische System der Politischen Ökonomie, auch das Smith-Ricardosche System genannt. Tatsächlich hat Marx, als er begonnen hat, an dem Werk zu arbeiten, das schließlich unter dem Titel Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie erschien, noch gemeint, er sei lediglich dabei, dieses System zu vervollständigen.

Einer Vervollständigung bedurfte es allerdings. Denn das theoretisch bedeutendste Problem dieser Theorie, wo nämlich der Mehrwert herkommt, wird bei Smith nur gestreift und von Ricarde als Problem nicht einmal mehr erkannt.

Wenn nämlich alle Marktteilnehmer Warenbesitzer sind und untereinander alle ihre Waren zu ihrem Arbeitswert, nämlich ihren Herstellungskosten, austauschen, wie es das Wertgesetz fordert, bleibt der Wert des Gesamtprodukts immer derselbe, ein Zuwachs geschieht nicht. 

Smith machte bei seiner Grundannahme, dass der Wert jeder Ware in der in ihr vergegenständlichten Arbeit bestünde, eine bemerkenswerte Ausnahme: Die Arbeit selbst hat nämlich bei ihm einen natürlichen, nicht ihrerseits durch Arbeit bestimmten konstanten Wert, nämlich den Kornpreis. Die Arbeiter ernähren sich von Brot, das wird aus Korn gebacken, aber das Korn ist ein Produkt des Bodens, der Natur (gr. physis) und nicht der Arbeit. Das war ein physio kratischer Rest, und dies ausgerechnet mitten im Kern des ganzen Systems.* Ricardo hat Smith deswegen gescholten, aber eine andere Lösung vorgeschlagen hat er nicht; er hat nicht einmal eingesehen, dass eine Lösung theoretisch notwendig war.

Marx hat sich lange bei dem Versuch aufgehalten, den Mehrwert aus dem Begriff des Werts zu entwickeln und hat sich dabei zu seinem unglückseligen "Kokettieren mit der Hegel'schen Ausdrucksweise"  verleiten lassen; dies aber ohne Ergebnis. Erst als er sich, ersatzweise, dem Studium der wirklichen Geschichte der Produktionsweisen zuwendet - Formen, die der kapitalistischen Produktionsweise vorhergehen -, fällt ihm auf, dass der Lohnarbeiter im Unterscheid zu allen andern Marktteilnehmern kein gegenständliches Produkt zum Tausch anbietet, sondern sein lebendiges Arbeitsvermögen selbst. Etwas anderes hat er nicht, aber mit seiner bloßen Arbeitskraft kann er selber nichts anfangen: Ihm fehlen die Arbeitsmittel; mit andern Worten: das Kapital.

Das war nicht immer so; sie verfügten einmal über ein Arbeitsmittel; über Boden, früher, als sie noch Bauern waren, sei es als Pächter, sei es als Teilhaber am Gemeindeland. Wie kam es, dass sie darüber heute nicht mehr verfügen - etwa durch den 'Tausch gleicher Werte'? Keineswegs, sondern durch außerökonomische Gewalt; sie sind von Grund und Boden vertrieben worden.

Erst seither ist Arbeitskraft überhaupt zur austauschbaren Ware geworden, "von Natur" ist sie eine personale Eigenschaft. Sie kann daher auch nicht verkauft, sondern muss auf Zeit vermietet werden. Jetzt erst und unter diesen Bedindungen wird ihr Wert durch ihre Herstellungs-, d. h. Reproduktionskosten bestimmt. Aber daraus folgt unmitelbar, dass ihre Produkte nicht dem Eigentümer der Arbeitskraft gehören, sondern dem, der sie während der Arbeitszeit gemietet hat, denn der hat sie sachlichen Mittel bereitgestellt, die dem Arbeiter überhaupt erst erlaubt haben, seine Arbeitskraft zu verausgaben. Die Verausgabung der Arbeitskraft gehört dem Kapitaleigner, denn der hat sie bezahlt.

Kurz gesagt, eine Theorie der bürgerlichen Gesellschaft ist die Kritik der Politischen Ökonomie nur, indem sie ein Kritik am Modell der Smith-Ricardoschen Schule ist. Als Theorie ist sie rein negativ. 

Das hat seine besondere Pointe. Denn da, wo die Kritik doch einen positiven Beitrag zur ökonomischen Theorie leistet, das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate nämlich (das schon vor Marx erahnt, abere nicht ausgeführt wurde), erweist sich, dass das, was von einer Theorie in specie erwartet wird: ein wirkliches Geschehen in Begriffe zu fassen, im Bereich des menschlichen Handelns gar nicht möglich ist. Zwar ist das Gesetz absolut und, wie es der Begriff verlangt, allzeit wirksam; aber ob in der gegenständlichen Welt aus der Tendenz jemals ein Akut wird, also ob die Profitrate jemals wirklich fällt, ist ausschließlich eine Sache der Wirklichkeit, die nur aus Zufällen besteht. Dass es irgendwann geschieht, ist logisch genauso gut möglich, wie dass es nie geschieht.

Insofern liefert die Kritik der Politischen Ökonomie einen abschließenden Beitrag über die Brauchbarkeit nomothetische und idiographischer Wissenschaft in der Geschichtsbetrachtung.

*) Es war weniger dumm, als es hinterher aussieht, denn es hatte den Augenschein für sich. Zu Smith's Zeit gab es in England Preisstatistiken seit rund 50 Jahren - und in dieser Zeit hatte sich der Kornpreis kaum verändert.




Mittwoch, 29. November 2017

Deutsche Ideologie in MEGA erschienen.

institution logo 
Neu erschienen: Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). I.
Abt., Bd. 5
 
Gisela Lerch  
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 


28.11.2017

Neu erschienen: Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). I. Abt., Bd. 5: Karl Marx / Friedrich Engels: Deutsche Ideologie. Manuskripte und Drucke

Berlin, 28. November 2017. Der soeben erschienene Band I/5 der MEGA eröffnet völlig neue Einblicke in die Entstehungsphase der materialistischen Geschichtsauffassung. Die insgesamt 17 Handschriften und zwei Drucke des Komplexes „Deutsche Ideologie“ werden erstmals vollständig in historisch-kritischer Form ediert.


Die im Staatsmarxismus kanonisch vertretene Auffassung lautet(e), dass Marx und Engels in der „Deutschen Ideologie“ den historischen Materialismus ausgearbeitet und mit diesem großen Werk zugleich die philosophischen und theoretischen Grundlagen des Marxismus und der marxistischen Partei formuliert hätten. Die grundlegenden Leitsätze des historischen Materialismus würden insbesondere in der Auseinandersetzung mit Ludwig Feuerbach entwickelt. 

Allerdings haben Marx und Engels auf die Publikation dieses vermeintlich grundlegenden Werkes verzichtet. Erst nach einem deutsch-sowjetischen Wettlauf um die Erstveröffentlichung sind seit den 1930er Jahren unterschiedliche Textausgaben im Umlauf – allein vom Kapitel „I. Feuerbach“ existieren mittlerweile ein knappes Dutzend Versionen. Die Abweichungen der Editionen haben ihren Grund darin, dass ein abgeschlossenes Werk „Die deutsche Ideologie“ nicht vorliegt. Überliefert sind lediglich fragmentarische und bereits zu Lebzeiten stellenweise – u. a. durch Mäusefraß: die berühmt gewordene „nagende Kritik der Mäuse“ (Marx) – stark zerstörte Manuskripte. Diese wurden bislang durch Textkompilationen zu einem Werk „Die deutsche Ideologie“ zusammengestellt. In Band I/5 der MEGA werden sie erstmals vollständig und in authentischer Form dokumentiert.

Außerdem konnte gezeigt werden, dass Marx und Engels die Manuskripte zur „deutschen Ideologie“ nicht im Rahmen eines Buch-, sondern eines Zeitschriftenprojektes verfasst haben, an dem auch andere Autoren beteiligt waren.

Durch den textkritischen Apparat mit seiner diskursiven Variantendarbietung wird der Schaffensprozess transparent und insbesondere auch die intensive Zusammenarbeit von Marx und Engels an den Manuskripten nachvollziehbar. Abgerundet wird die textkritische Aufarbeitung und Kommentierung mit einer Darstellung der Überlieferungs- und Editionsgeschichte der Manuskripte, die Aufschluss darüber gibt, wie aus unvollendeten, zu Lebzeiten unveröffentlichten Manuskripten vor dem Hintergrund der politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein Gründungswerk des „historischen Materialismus“ werden konnte.

Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). I. Abt., Bd. 5: Karl Marx / Friedrich Engels: Deutsche Ideologie. Manuskripte und Drucke. Bearbeitet von Ulrich Pagel, Gerald Hubmann und Christine Weckwerth. Herausgegeben von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung (IMES) Amsterdam. Berlin / Boston: De Gruyter Akademie Forschung 2017. 2 Bde. XII, 1894 Seiten. 219 Euro. ISBN 978-3-11-048577-6. 7
Presseexemplare erhalten Sie über den Verlag De Gruyter.

Das Vorhaben „Marx-Engels-Gesamtausgabe“ gehört zum Akademienprogramm, dem derzeit größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramm Deutschlands, das von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert wird.


Kontakt:
Gerald Hubmann,
Arbeitsstellenleiter Marx-Engels-Gesamtausgabe
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
hubmann@bbaw.de

Pressekontakt:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Gisela Lerch
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel. 030/20370-657
Fax: 030/20370-366
E-Mail: lerch@bbaw.de
www.bbaw.de

Freitag, 15. September 2017

Vom Kopf auf die Füße: Über dies Blog.


 
In meinen jungen Jahren war es üblich, Marx durch Hegel zu erklären: Er habe jenen "vom Kopf auf die Füße gestellt". Nach Marxens eigener (unrichtigen)* Auffassung hätte Hegel aus zwei Teilen bestanden, dem Fichte' schen Subjekt und der spinozischen Substanz. Beim bloßen Vom-Kopf-auf-die-Füße würde sich daran nichts ändern, allenfalls würden die Seiten verkehrt. Die 'Substanz' gehörte aber ganz ausgeschieden, wenn Marx, wie er doch wollte, ein revolutionärer Denker war. Sie ist der Nistplatz aller Mystifikationen und aller Reaktion. Und, was wissenschaftlich erheblicher ist, sie verhindert jedes Verständnis der Kritik der Politischen Ökonomie!

Die Kritik der Politischen Ökonomie verfährt wie alle Kritische Philosophie. Sie überprüft die überkommenen Begriffe auf ihre Herkunft und Tragfähigkeit, und was sich nicht bewährt, wird verworfen: An den verselbstän- digten Kategorien wird gezeigt, dass und wie in ihnen absichtsvoll handelnde historische Subjekte verborgen sind. Dies ist die positive Ansicht der Kritik: Sie zeigt die Menschen tätig, wo die Apologetik zeitlose Form behauptet.

Als Weihrauch der ominösen Substanz dient die mystifizierte, weil schematisierte und automatisierte Dialektik. Sie ist das Perfideste an Hegels zusammengestohlenen Galimatias. Die analytisch-synthetische Methode ist bei Fichte das Werkzeug in der Hand des Kritikers, mit dem er die verdinglichten Begriffe auseinandernimmt und die ihnen zugrundeliegenden Vorstellungen freilegt. Bei Hegel ist sie "Selbstbewegung des Begriffs", die ohne tätiges Subjekt auskommt: Was als Subjekt erscheint, ist lediglich Agens der sich entfaltenden (und wieder zu- sammenfaltenden) Substanz. - Und in dieser Form konnte sie, als es soweit war, sich zum allbereiten Arkanum in Stalins "Dialektischem Materialismus" fügen. 


*

Die Weltrevolution, um die es im Denken von Marx doch immer ging, hat nicht stattgefunden. Wenn sie ihre Zeit hatte, dann hat sie sie versäumt. Allerdings hat auch nicht die Kritik der Politischen Ökonomie sie postu- liert noch postulieren können. Die Emanzipation der Proleratiats durch die kommunistische Revolution war nicht das gedankliche Resultat der Kritik, sondern lag ihr als Motiv zu Grunde. Die Kritik der Politischen Öko- nomie endet beim tendenziellen Fall der Profitrate, und der wird kommen, doch wann, ist theoretisch nicht ab- zusehen. Es kann auch sein, dass er niemals akut wird - und doch bestimmt seine Tendenz das krisenhafte Auf und Ab der Weltwirtschaft heute so unmittelbar wie nie. 

Das Kapital ist kein Nachschlagwerk, aus dem man lesen kann, was morgen auf uns zukommt. Es ist eine Kritik, die erst mit ihrem Gegenstand hinfällig wird.


*) Diese Beschreibung träfe auf den jüngeren Schelling zu. Sie stammt auch nicht von Marx selbst, sondern von Moses Hess, dessen Kenntnisse lückenhaft waren. Marx hat sie später nie wieder aufgegriffen.