Speisung der Fünftausend, Niederlande, Anf. 16. Jhdt.
Obgleich die Form der Arbeit als Lohnarbeit entscheidend für die Gestalt des ganzen Processes und für die specifische Weise der Produktion
selbst, ist nicht die Lohnarbeit werthbestimmend. In der Werthbestimmung handelt es sich um die gesellschaftliche Arbeitszeit überhaupt, das
Quantum Arbeit, worüber die Gesellschaft überhaupt zu verfügen hat,
und dessen relative Absorption durch die verschiednen Produkte gewissermaßen deren respektives gesellschaftliches Gewicht bestimmt.
Die bestimmte Form, worin sich die gesellschaftliche Arbeitszeit im Werth
der Waaren als bestimmend durch- setzt, hängt allerdings mit der Form
der Arbeit als Lohnarbeit und der entsprechenden Form der Produktions- mittel als Kapital insofern zusammen, als nur auf dieser Basis die
Waarenproduktion zur allgemeinen Form der Produktion wird.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 854 [MEW 25, S. 889]
Nota. – Wenn 'die Gesellschaft selbst' vorab alle Bedürfnisse erfasste und dann entschiede, welchen Teil der ver- fügbaren Gesamtarbeitszeit darauf verwenden will, könnte ebenfalls von einer Wertbestimmung die Rede sein – deren Besonderheit freilich in ihrer Je-Besonderheit bestünde: Jedes Einzelbedürfnis müsste individuell gewertet werden, einen allgemeinen Maßstab gäbe es nicht, von Äquivalenz nicht die Spur! Die Wertbestimmung ge- schieht unmittelbar und individuell; Lohnarbeit könnte es dann freilich nicht geben.
Die kapitalistische Wirtschaftsweise beruht auf dem umgekehrten Vorgang. Es gibt eines allgemeines Wertmaß, und wieviel davon auf das jeweilige Bedürfnis fällt, nämlich über wieviel davon das jeweilige Bedürfnis in Form des allgemeinen Äquivalents kommandiert, soviel ist das Bedürfnis wert. Die Wertbestimmung ist allgemein vermit- telt und die Klassenspaltung der Gesellschaft ist begriffslos vorausgesetzt.
JE
Las Sardanas se bailan con los pies.
Der gewöhnlichen Anschauung erscheinen [die] Vertheilungsverhältnisse als Naturverhältnisse, als Verhält-nisse, die aus der Natur aller
gesellschaftlichen Produktion, aus den Gesetzen der menschlichen Produktion schlechthin entspringen. Es kann zwar nicht geleugnet werden,
daß vorkapitalistische Gesellschaften andre Vertheilungsweisen zeigen,
aber diese werden dann als unentwickelte, unvollkommene und verkleidete, nicht auf ihren reinsten Ausdruck und ihre höchste Gestalt reducirte, anders gefärbte Weisen jener naturgemäßen Vertheilungsverhältnisse gedeutet.
Das einzig Richtige in dieser Vorstellung ist dies: Gesellschaftliche Produktion irgend einer Art (z. B. die der naturwüchsigen indischen Gemeinwesen oder die des mehr künstlich entwickelten Kommunismus der Peru-aner) vorausgesetzt, kann stets unterschieden werden zwischen dem
Theil der Arbeit, dessen Produkt unmittel-bar von den Producenten und
ihren Angehörigen individuell konsumirt wird, und – abgesehn von dem
Theil der der produktiven Konsumtion anheimfällt – einem andern Theil
der Arbeit, der immer Mehrarbeit ist, des-sen Produkt stets zur Befriedigung allgemeiner gesellschaftlicher Bedürfnisse dient, wie immer dies
Mehrpro-dukt vertheilt werde, und wer immer als Repräsentant dieser
gesellschaftlichen Bedürfnisse fungire. Die Iden-tität der verschiednen
Vertheilungsweisen kommt also darauf hinaus, daß sie identisch sind, /
wenn man von ihren Unterscheidungen und specifischen Formen abstrahirt, nur die Einheit in ihnen, im Gegensatz zu ihrem Unterschied
festhält.
Weiter gebildetes, mehr kritisches Bewußtsein gibt jedoch den geschichtlich entwickelten Charakter der Vert-heilungsverhältnisse zu,
hält dafür aber um so fester an dem sich gleichbleibenden, aus der
menschlichen Natur entspringenden, und daher von aller geschichtlichen
Entwicklung unabhängigen Charakter der Produktionsver-hältnisse
selbst.
Die wissenschaftliche Analyse der kapitalistischen Produktionsweise
beweist dagegen umgekehrt, daß sie eine Produktionsweise von besondrer Art, von specifischer historischer Bestimmtheit ist; daß sie, wie jede
andre bestimmte Produktionsweise, eine gegebne Stufe der gesellschaftlichen Produktivkräfte und ihrer Entwick-lungsformen als ihre geschichtliche Bedingung voraussetzt: eine Bedingung, die selbst das geschichtliche
Resul-tat und Produkt eines vorhergegangnen Processes ist, und wovon
die neue Produktionsweise als von ihrer ge-gebnen Grundlage ausgeht; daß die dieser specifischen, historisch bestimmten Produktionsweise
entsprechen-den Produktionsverhältnisse – Verhältnisse, welche die Menschen in ihrem gesellschaftlichen Lebensproceß, in der Erzeugung ihres
gesellschaftlichen Lebens eingehn – einen specifischen, historischen und
vorübergehenden Charakter haben; und daß endlich die Vertheilungsverhältnisse wesentlich identisch mit diesen Produktionsver-hältnissen,
eine Kehrseite derselben sind, sodaß beide denselben historisch vorübergehenden Charakter theilen.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 849f. [MEW 25, S. 884f.]
Nota.- Der Begriff des Mehrwerts wurde gebraucht, um die historische Realität des Kapitals zu verstehen; aber der Begriff des Mehrwerts setzt den Begriff des Werts voraus. Mit andern Worten, die Politische Ökonomie mag den Wertbegriff gebrauchen, wozu sie mag; für die Kritik der Politischen Ökonomie hat er nur einen Sinn, wo es um das Verständnis des Kapitalverhältnisses geht, ansonsten ist er Schall und Rauch.
JE
Kurz dieselbe Entwicklung, die die
Masse des konstanten Kapitals steigert im Verhältniß zum variablen, ver-mindert, in Folge der gesteigerten Produktivkraft der Arbeit, den Werth
seiner Elemente, und verhindert daher, daß der Werth des konstanten
Kapitals, obgleich beständig wachsend, im selben Verhältniß wachse wie
sein materieller Umfang, d. h. der materielle Umfang der Produktionsmittel, die von derselben Menge Arbeitskraft in Bewegung gesetzt werden. In einzelnen Fällen kann sogar die Masse der Elemente des konstanten Kapitals zunehmen, während sein Werth gleich bleibt oder gar
fällt.
Mit dem Gesagten hängt zusammen die mit der Entwicklung der Industrie gegebne Entwerthung des vorhand-nen Kapitals (d. h. seiner stofflichen Elemente). Auch sie ist eine der beständig wirkenden Ursachen,
welche den Fall der Profitrate aufhalten, obgleich sie unter Umständen
die Masse des Profits beeinträchtigen kann durch Beeinträchtigung der
Masse des Kapitals, das Profit abwirft. Es zeigt sich hier wieder, daß
dieselben Ursachen, welche die Tendenz zum Fall der Profitrate erzeugen,
auch die Verwirklichung dieser Tendenz mäßigen.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 233 [MEW 25, S. 246]
W. Busch
Unter allen Umständen aber würde sich das Gleichgewicht* herstellen
durch Brachlegung und selbst Vernich-tung von Kapital in größrem oder
geringrem Umfang. Dies würde sich erstrecken zum Theil auf die
materielle Kapitalsubstanz; d. h. ein Theil der Produktionsmittel, fixes
und cirkulirendes Kapital würde nicht fungiren, nicht als Kapital wirken;
ein Theil begonnener Produktionsbetriebe würde stillgesetzt werden. ...
Die Hauptwirkung nach dieser Seite hin wäre jedoch, daß diese
Produktionsmittel aufhörten als Produktions-mittel thätig zu sein; eine
kürzere oder längere Zerstörung ihrer Funktion als Produktionsmittel.
Die Hauptzer-störung, und mit dem akutesten Charakter, fände statt
mit Bezug auf das Kapital, soweit es Wertheigenschaft besitzt, mit Bezug
auf die Kapitalwerthe. Der Theil des Kapitalwerths, der bloß in der Form
von Anweisungen auf künftige Antheile am Mehrwerth, am Profit steht,
in der That lauter Schuldscheine auf die Produktion unter verschiednen
Formen, wird sofort entwerthet mit dem Fall der Einnahmen, auf die er
berechnet ist. Ein Theil des baaren Goldes und Silbers liegt brach, fungirt
nicht als Kapital. Ein Theil der auf dem Markt befindlichen Waaren
kann seinen Cirkulations- und Reproduktionsproceß nur vollziehn durch
ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwerthung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals / mehr oder minder entwerthet.
Es kommt hinzu, daß bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsproceß bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung geräth.
Diese Störung und Stockung paraly-sirt die mit der Entwicklung des Kapitals gleichzeitig gegebne, auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen
be-ruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobliga-tionen an bestimmten Terminen, wird noch verschärft durch das damit gegebne Zusammenbrechen
des gleich-zeitig mit dem Kapital entwickelten Kreditsystems und führt so
zu heftigen akuten Krisen, plötzlichen gewalt-samen Entwerthungen und
wirklicher Stockung und Sturz des Reproduktionsprocesses, und damit
zu wirkli-cher Abnahme der Reproduktion.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 109f. [MEW 25, S. 199f.]
*) [zwischen der Tendenz zur beständigen Ausweitung der Produktion und der begrenzten Verwertbarkeit durch den Fall der Profitrate]
Nachfrage und Zufuhr decken sich, wenn sie in solchem Verhältniß
stehn, daß die Waarenmasse eines be-stimmten Produktionszweigs zu ihrem Marktwerth verkauft werden kann, weder darüber noch darunter.
Das ist das erste, was wir hören.
Das zweite: Wenn die Waaren zu ihrem Marktwerth verkaufbar, decken sich Nachfrage und Zufuhr.
Wenn Nachfrage und Zufuhr sich decken, hören sie auf zu wirken, und
eben deßwegen wird die Waare zu ihrem Marktwerth verkauft. Wenn
zwei Kräfte in entgegengesetzter Richtung gleichmäßig wirken, heben sie
einander auf, wirken sie gar nicht nach außen, und Erscheinungen, die
unter dieser Bedin-gung vorgehn, müssen anders als durch das Eingreifen
dieser beiden Kräfte erklärt werden.
Wenn Nachfrage und Zufuhr sich
gegenseitig aufheben, hören sie auf irgend etwas zu erklären, wirken sie
nicht auf den Marktwerth, und lassen uns erst recht im Dunkeln darüber,
weßhalb der Marktwerth sich grade in die-ser Summe Geld ausdrückt und
in keiner andern. Die wirklichen innern Gesetze der kapitalistischen Produkti-on können offenbar nicht aus der Wechselwirkung von Nachfrage
und Zufuhr erklärt werden (ganz abgesehn von tieferer, hier nicht angebrachter Analyse dieser beiden gesellschaftlichen Triebkräfte), da diese
Gesetze nur dann rein verwirklicht erscheinen, sobald Nachfrage und
Zufuhr aufhören zu wirken, d. h. sich decken.
Nachfrage und Zufuhr
decken sich in der That niemals, oder wenn sie sich einmal decken, so ist
es zufällig, also wissenschaftlich = 0 zu setzen, als nicht geschehn zu betrachten. In der politischen Oekonomie* wird aber unterstellt, daß sie sich
decken, warum? Um die Erscheinungen in ihrer gesetzmäßigen, ihrem /
Begriff ent-sprechenden Gestalt zu betrachten, d. h. sie zu betrachten unabhängig von dem durch die Bewegung von Nachfrage und Zufuhr hervorgebrachten Schein. Andrerseits, um die wirkliche Tendenz ihrer Bewegung auf-zufinden, gewissermaßen zu fixiren. Denn die Ungleichheiten
sind entgegengesetzter Natur, und da sie einan-der beständig folgen, gleichen sie sich durch ihre entgegengesetzten Richtungen, durch ihren Widerspruch unter einander aus.
Wenn also in keinem einzigen gegebnen
Fall Nachfrage und Zufuhr sich decken, so folgen sich ihre Ungleich-heiten so – und es ist das Resultat der Abweichung in einer Richtung, eine
andre Abweichung in einer entge-gengesetzten Richtung hervorzurufen – daß wenn das Ganze einer größern oder kleinern Zeitperiode betrach-tet wird, sich Zufuhr und Nachfrage beständig decken; aber nur als
Durchschnitt der verflossenen Bewegung und nur als beständige Bewegung ihres Widerspruchs. Dadurch gleichen sich die von den Marktwerthen abwei-chenden Marktpreise, ihrer Durchschnittszahl nach betrachtet, zu Marktwerthen aus, indem sich die Abwei-chungen von den letztren
aufheben als Plus und Minus.
Und diese Durchschnittszahl ist keineswegs von bloß theoretischer Wichtigkeit, sondern von praktischer für das
Kapital, dessen Anlage auf die Schwankungen und Ausgleichungen in
mehr oder minder bestimmter Zeit-periode berechnet ist.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 109f. [MEW 25, S. 199f.]
*) [Noch zählt sich Marx zu ihr! JE]
Nota. - Der Markt ist kein Sachverhalt, sondern ein systemischer Prozess, und womöglich dessen Urtyp - so wie die Konkurrenz der Urtyp von Darwins Survival of the fittest war. Da gibt es keine isolierbaren Ursachen und Wirkungen, sondern nur lauter individuellen Daten, aus deren Mannigfaltigkeit man empirisch bestenfalls einen Durchschnitt ermitteln kann. Diesen Durchschnitt mag man ein 'Gesetz' nennen, das ist nicht verboten; aber es ist irreführend, weil es so klingt, als sei der Durchschnitt eher da gewesen als die zufälligen Einzeldaten.
Das gilt schon für die Naturwissenschaften, aber erst recht für die Sphäre menschlichen Handelns.
Nachtrag, Feb. 2018: Doch nicht vergessen - in den Naturwissenschaften stellt sich ein Durchschnitt nicht "von alleine" ein, sondern muss vom Statistiker errechnet werden; und nur durch ihn kann er etwas bewirken. - Selber wirk lich ist ein Durchschnitt nur in einer Gesellschaft, die auf dem verallgemeinerten und prozessierenden Austausch Aller mit Allen beruht. In den feudalen gesellschaftlichen Bildungen ist eines hier so, jenes dort anders. Manche Form mag dem Betrachter - auch einem zeitgenössischen - typisch vorkommen, eine andere ungewohnt. Aber ein Ausgleich kommt weder in der Sache noch in der Vorstellung zustande.
JE
Mit der Entwicklung des zinstragenden Kapitals und des Kreditsystems scheint sich alles Kapital zu verdoppeln und stellenweis zu verdreifachen durch die verschiedne Weise, worin dasselbe Kapital oder
auch nur dieselbe Schuldforderung in verschiednen Händen unter verschiednen Formen erscheint. Der größte Theil dieses "Geldkapitals" ist
rein fiktiv. Die sämmtlichen Depositen, mit Ausnahme des Reservefonds,
sind nichts als Guthaben an den Bankier, die aber nie im Depositum
existiren. Soweit sie zum Girogeschäft dienen, fungiren sie als Kapital für
die Bankiers, nachdem diese sie ausgeliehen haben. Sie zahlen sich unter
einander die wech-selseitigen Anweisungen auf die nichtexistirenden Depositen durch Abrechnung dieser Guthaben gegen ein-ander.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 469 [MEW 25, S. 488f.]
Nota. – Es wird Geld verliehen, das gar nicht mehr da ist – im Vertrauen darauf, dass sich im Großen und Ganzen Forderungen und Gegenforderungen schon die Waage halten werden: Es bleibt ja immer alles im Fluss. Wenn aber sehr viele Gläubiger ihre Forderungen gleichzeitig präsentieren – weil sie mit oder ohne Grund das Vertrauen verloren haben –, tritt eine Stockung ein und man sieht auf einmal: Es war schon nichts mehr da.
JE
Die periodische Entwerthung des vorhandnen Kapitals, die ein der
kapitalistischen Produktionsweise imma-nentes Mittel ist, den Fall der
Profitrate aufzuhalten und die Akkumulation von Kapitalwerth durch
Bildung von Neukapital zu beschleunigen, stört die gegebnen Verhältnisse, worin sich der Cirkulations- und Reproduk-tionsproceß des Kapitals
vollzieht, und ist daher begleitet von plötzlichen Stockungen und Krisen
des Produk-tionsprocesses.
Die mit der Entwicklung der Produktivkräfte Hand in Hand gehende
relative Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante gibt dem
Anwachs der Arbeiterbevölkerung einen Stachel, während sie fortwährend künstliche Uebervölkerung schafft. Die Akkumulation des Kapitals,
dem Werth nach betrachtet, wird verlang-samt durch die fallende Profitrate, um die Akkumulation des Gebrauchswerths noch zu beschleunigen, wäh-rend diese wieder die Akkumulation, dem Werth nach, in beschleunigten Gang bringt.
Die kapitalistische Produktion strebt beständig diese ihr immanenten
Schranken zu überwinden, aber sie über-windet sie nur durch Mittel, die
ihr diese Schranken auf's Neue und auf gewaltigerm Maßstab entgegenstellen.
Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital
selbst, ist dies: daß das Kapital und seine Selbst-verwerthung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion
erscheint; daß die Pro-duktion nur Produktion für das Kapital ist und
nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich
erweiternde Gestaltung des Lebensprocesses für die Gesellschaft der
Producenten sind. Die Schran-ken, in denen sich die Erhaltung und Verwerthung des Kapitalwerths, die auf der Enteignung und Verarmung der
großen Masse der Producenten beruht, allein bewegen kann, diese
Schranken treten daher beständig in Widerspruch mit den Produktionsmethoden, die das Kapital zu seinem Zweck anwenden muß, und die auf / unbeschränkte Vermehrung der Produktion, auf die Produktion als
Selbstzweck, auf unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit lossteuern.
Das Mittel – unbedingte Entwicklung der
gesellschaftlichen Produktivkräfte – geräth in fortwährenden Kon-flikt
mit dem beschränkten Zweck, der Verwerthung des vorhandnen Kapitals. Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches
Mittel ist, um die materielle Produktivkraft zu entwickeln und den ihr
ent-sprechenden Weltmarkt zu schaffen, ist sie zugleich der beständige
Widerspruch zwischen dieser ihrer histori-schen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen.
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Das Kapital III, MEGA II.15; S. 246f. [MEW 25, S. 260]
Nota. – Nicht ihr Begriff ist die immanente Schranke der kapitalistischen Produktionsweise, die in den periodi-schen Krisen 'erscheint'; sondern die kapitalistische Produktionsweise geschieht als eine Abfolge periodischer Krisen, und darin kommt zur Erscheinung, dass sie fortwährend auf immanente Schranken stößt: Ihr unmittel-barer Zweck ist die Steigerung der je eigenen Profite, aber deren Ergebnis ist das allgemeine Sinken der Profit-rate. Dafür ist der Begriff die erläuternde Bezeichnung.
JE